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Effizienz im Fuhrpark | Effizienz beim Kraftstoff

22.11.2018 10:05:03

Kraftstoffkosten und Schadstoffe reduzieren (10/2018)

Letzter Artikel der 5-teiligen Serie „Effizienz im Fuhrpark“

Autor: Marcus Schulz, Vorstand des VMF und Vorsitzender der Geschäftsführung der Arval Deutschland GmbH, München
 

Viele Unternehmen stehen für ein umweltschonendes, nachhaltiges Management und haben gleichzeitig die Kosten im Blick. Nur so können betriebswirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen getroffen werden. Ein effizientes Kraftstoffmanagement und die Reduktion von Emissionen können beide Ziele unterstützen.

Wichtige Themen bei der Gestaltung eines effizienten Fuhrparks sind die Wirtschaftlichkeit, die Motivation der Mitarbeiter und das Image des Unternehmens. Hier spielen die Kraftstoffkosten und die Emissionen eine wichtige Rolle. Es geht um die Auswahl der passenden Antriebe, die Nutzung der optimalen Tankzeitpunkte und die im ökologischen und sicheren Fahren trainierten Dienstwagennutzer. Beim Fuhrpark sind Leasing- und Flottenmanagementdienstleister in einer beratenden Funktion und unterstützen bei der Optimierung der ökonomischen und ökologischen Gestaltung. Denn die Anforderungen sind gestiegen, und es reicht heute nicht mehr aus, nur Finanz- oder Serviceraten bei der Fuhrparkgestaltung zu vergleichen. Wichtiger ist der Blick auf die Gesamtheit aller Faktoren: Dazu gehören Modellpolitik, Verbrauch, Schadstoffausstoß, Restwertentwicklung sowie Fahrverhalten der Nutzer. Dadurch bieten sich zudem Vorteile für umweltbewusste Nachhaltigkeit, im Bereich der Kosten und beim Image.
 
Die geeignete Antriebsform wählen (#Dieselzukunft)
Die erste grundlegende Weichenstellung wird durch die Car Policy gesetzt. Diese regelt unter anderem, welche Fahrzeuge, welche Modelle und welche Antriebsarten das Unternehmen anzuschaffen beabsichtigt. Derzeit werden in den Fuhrparks laut einer Dataforce-Auswertung vom April 2018 zu 60 Prozent Dieselantriebe genutzt. Doch in zunehmendem Maße drängen auch alternative Antriebsformen mit ihren jeweils eigenen Vor- und Nachteilen auf den Markt:
 
  • Elektromobilität
  • Wasserstoff
  • Brennstoffzellen
  • Hybride (in verschiedenen Formen)
  • alternative Kraftstoffe (Erdgas, Autogas)
Hier gilt es für Unternehmer, die Angebote und technischen Möglichkeiten der verfügbaren Modelle mit den geplanten Einsatzarten abzugleichen. Wer lange Strecken abdecken muss, hat derzeit relativ wenige Alternativen zum Dieselantrieb, sei es durch unzureichende Antriebsreichweiten oder eine lückenhafte Ladeinfrastruktur. Hierbei sollte man jedoch darauf achten, modernste Diesel-Technologien zu wählen. Für innerstädtische Fahrten oder Kurzstrecken können auch die alternativen Antriebsformen wie Elektrofahrzeuge gewählt werden.
 
Zusatzfunktionen wie Start-Stopp-Automatik können sinnvoll sein.
Zusatzfunktionen sind ein weiterer Faktor, der bei der Beschaffungsentscheidung bedacht werden sollte. Denn einen Aufpreis für bestimmte Extras, wie Start-Stopp-Automatik oder Assistenzsysteme zu zahlen, kann lohnenswert sein, um das Energiemanagement zu optimieren. Reine Umweltfaktoren sind im Vergleich dazu noch nicht ganz in den Unternehmen angekommen.
Auch bei der Auswahl der Reifen können durch Energy- und Leichtlaufreifen langfristige Kosteneinsparungen sowohl beim Kraftstoff als auch beim Reifenersatzzyklus realisiert werden. Bei der regelmäßigen Überprüfung des Luftdrucks helfen ebenfalls Assistenzsystem.
 
Das Nutzerbewusstsein schärfen (#WirtschaftlicherFuhrpark)
Mindestens so bedeutsam für die Verbrauchseffizienz des Fuhrparks wie die Fahrzeugauswahl ist das eigentliche Nutzerverhalten. Betriebsversammlungen bieten hier einen guten Einstieg zur Darstellung steigender Kosten durch bestimmte Fahrweisen. Es gilt, ein Grundbewusstsein zu schaffen, das Fahrzeug umweltbewusst zu bewegen, was Ersparnisse für das Unternehmen mit sich bringt. Im nächsten Schritt können Schulungen eine bewusstere Fahrweise vermitteln, wie sie beispielsweise markenunabhängige Fuhrparkmanagementgesellschaften in Zusammenarbeit mit dem TÜV, ADAC oder der DEKRA anbieten. Maßnahmen der internen Kommunikation können dieses Vorgehen flankieren.
Wenn Unternehmen noch einen Schritt weitergehen möchten, können sie über entsprechende Reporting-Tools Ausreißer bei den Kraftstoffverbräuchen ausmachen und gegebenenfalls ahnden. Auch eine Reduzierung des Kilometer-Kontingents kann in manchen Fällen dienlich sein. Eine softere Variante ist die Teilnahme an Fahrökonomie-Wettbewerben. Das angestrebte Ziel von regelmäßigen Kraftstoffspartrainings ist eine niedertourige Fahrweise sowie ein Bewusstsein für die optimalen Tankzeitpunkte.
 
Mit Treibstoffmanagement den Kraftstoffverbrauch im Fuhrpark reduzieren (#FuhrparkundUmwelt)
Mit einem professionellen Treibstoffmanagement können Fuhrparkbetreiber weitere Kosten einsparen. Tankkarten ermöglichen beispielsweise eine übersichtliche und beleglose Abrechnung mit optionalen Zusatzleistungen. Sie sollten auch deshalb ein fester Bestandteil im Fullserviceleasing sein, weil rund ein Viertel der gesamten Fuhrparkkosten dem Kraftstoffverbrauch geschuldet sind. Tankkarten reduzieren nicht nur die Abrechnungskosten, sondern ermöglichen ebenso eine unternehmensspezifische Verbrauchs- und Mobilitätsanalyse, aus der weitere Optimierungsmaßnahmen abgeleitet werden können. Die Mitgliedsunternehmen des Verbands der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften VMF empfehlen maximal ein bis zwei unterschiedliche Tankarten mit den größten Netzabdeckungen.
 
Kraftstoff und Schadstoffe reduzieren.

Die vier wichtigsten Tipps von Marcus Schulz, Vorsitzender VMF #Verband der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften:
 
  1. Technik: Passen Sie die Fahrzeuge den jeweiligen Einsatzbedingungen an. Achten Sie auf Umweltfreundlichkeit und niedrige CO2 Werte.
  2. Menschen: Sensibilisieren Sie Ihre Fahrzeugnutzer und bilden Sie sie mit entsprechenden Trainings zu sicheren und ökologischen Fahrern aus.
  3. Organisation: Tankkarten sind zeitgemäß, denn ein umfassendes Kraftstoff-Reporting ist die Grundlage eines professionellen Flottenmanagements.
  4. Transparenz: Empfehlen Sie Ihren Fahrern gute Apps, um beispielsweise optimale Tankzeitpunkte effektiv zu nutzen.

Für eine gute Entscheidungsgrundlage haben auch die Reports der 2013 geschaffenen Markttransparenzstelle für Kraftstoff beim Bundeskartellamt gesorgt. Was viele Fuhrparkbetreiber bereits geahnt haben: Die auf den Daten aufbauenden Untersuchungen des ADAC und die Ergebnisse des Benzinpreisspiegels vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e. V. zeigen klare Gesetzmäßigkeiten. Kostenersparnisse beim Tanken von bis zu 16 Cent/Liter sind möglich, wenn die richtige Auswahl beim Kraftstoff getroffen wird. Relevante Kriterien für ein optimales Kraftstoffmanagement sind Mineralölanbieter, Standort und Tankzeitpunkt. Am wenigsten beeinflussbar ist in der Regel der Standort, am einfachsten hingegen der Tankzeitpunkt. Mit Hilfe von Tank-Apps lässt sich hier pro Region und Ort feststellen, wann und wo der Kraftstoff am günstigsten ist, laut RWI i. d. R. wochentags gegen 19 Uhr, am teuersten ist er gegen 23 Uhr bis etwa 5 Uhr und am Wochenende.
 
Nachhaltigkeit fördern (#FuhrparkundUmwelt)
Letztendlich haben Fuhrparkbetreiber eine Reihe von Möglichkeiten, deutliche Kostenersparnisse zu realisieren und gleichzeitig Gutes für die Umwelt zu tun: über Downsizing der Motorisierungen, die Nutzung alternativer Antriebe, die Sensibilisierung der Fahrzeugnutzer hinsichtlich des Fahrstiles und des Tankzeitpunktes. Mit modernen und umweltschonenden Fuhrparkkonzepten sichern Unternehmen nicht nur finanzielle Risiken ab, sondern verbessern intern wie auch extern ihr Image.



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